Eine Open Floor Session ist eine Mischung aus freien Tanzsequenzen, strukturierten Übungen und Erforschungseinladungen mit verbaler Führung, untermalt von inspirierender Musik. Die Struktur und wichtigen Elemente einer Stunde helfen – wie in allen Achtsamkeitspraxen – die Aufmerksamkeit zu bündeln und den Fokus auf das „in den Körper bringen“ zu halten.
Hauptanliegen der Praxis ist die Stärkung unserer Ressourcen & Resilienz sowie der Transfer der Erfahrungen von der Tanzfläche ins Alltagsleben. Wir erforschen uns selbst, unsere Muster und Strategien, in Beziehung mit uns selbst, mit anderen und der Welt. Die Tanzfläche wird zum Kondensat des Lebens und wir werden einander zu Spiegeln, Verbündeten und/oder Bezeugenden. Dein Tanz wird von deinen Erfahrungen gespeist und speist wiederum deine weiteren Erfahrungen im Leben selbst. Die Tanzfläche als Schutzraum macht es möglich, die Grenzen deiner (bisherigen) Möglichkeiten zu erkunden, zu weiten und zu verschieben.
Abgesehen davon ist das Tanzen an sich natürlich vor allem ein kreativer Prozess, ein Grund zur Freude und eine Gelegenheit all deine Körperteile in Bewegung zu bringen.
Daria Halprin beschreibt das in ihrem Buch „Was der Körper zu erzählen hat“ folgendermaßen:
In der Hingabe an den kreativen Prozess spüren wir die Leidenschaft zum Leben in uns wachsen. Wir entwickeln den Mut, Risiken einzugehen, uns zu zeigen und unseren Problemen auf den Grund zu gehen und sie als Chance zu betrachten, etwas Neues zu lernen. Unser Entwicklungsprozess mit allen damit verbundenen Themen wird zu einer aufregenden, lehrreichen und produktiven Reise. In solchen Momenten des kreativen Flusses sind unsere Sinne geschärft und stehen uns unsere Energie und Ausdruckskraft uneingeschränkt zur Verfügung. Oft fühlen wir uns dann mit dem höheren Selbst oder dem Göttlichen verbunden und erfahren unmittelbar die Einheit aller Dinge. Nachdem wir die kreative Lebenskraft erfahren haben, kehren wir gestärkt, mit neuen Perspektiven und neuer Weisheit in unseren Alltag mit seinen Herausforderungen zurück. Die Freisetzung dieser Energie in unserem Leben kann uns von Grund auf verändern.
Die Landkarte der Open Floor Praxis besteht aus den 4 Dimensionen der Verkörperung (Körper, Gefühle, Gedanken, Seele) und die 4 sogenannten Hunger oder menschlichen Grundbedürfnisse nach Beziehung: ICH – mit mir sein, DU – Verbindung, WIR –Zugehörigkeit, ALL(ES) – verbunden mit dem großen Ganzen. Aus dieser 4×4 Weave werden je eins im Spotlight der Session zu tragenden Elementen, während natürlich im Hintergrund alles andere lebendig bleibt und auftauchen kann.
Der Körperanker (ein ausgewähltes Körperteil, auf dem der Fokus der Stunde liegt) gibt uns Halt und bietet einen Ausgangspunkt für die Erkundung einer Kernressource, die nicht frei erfunden sind, sondern unserem Leben und unseren Bewegungen innewohnen. Wir gehen einer von ihnen auf den Grund – auf eine Weise „erinnern“ wir uns ihrer und holen sie in unser Leben (zurück).
Die bisher zusammengetragenen 10 Kernressourcen sind:
Erdung *
Raumbewusstsein *
Aktivieren & Beruhigen *
Zentrieren *
Ausrichtung *
Loslassen *
Innehalten *
Sich auf etwas zu & von etwas weg bewegen *
Auflösen *
Ausdehnen & Zusammenziehen *
Wie sieht eine Open Floor Session aus? – Die 4 Phasen des Bewegungszyklus:
+ Aufmerksamkeit öffnen: ankommen, aufwärmen, sich dem Körper zuwenden, wahrnehmen wie ich jetzt gerade bin
+ Eintreten: über einen Körperanker in den ganzen Körper eintauchen, diesen mit der Kernressource der Stunde verbinden
+ Erkunden: Übungen und Forschungsangebote, um die Ressource zu vertiefen sowie freie Erkundung
+ Beruhigen: Erfahrungen zur Ruhe kommen lassen, integrieren, reflektieren, austauschen
Mehr zu Open Floor International:
https://openfloor.org
https://www.youtube.com/watch?v=H-aH4UFV-U4
MIGHTY NETWORKS
Plattform der internationalen Open Floor Community, mit Angeboten weltweit, auch online: https://community.openfloor.org/events
